Samstag, 21. November 2015

West-Java: Älteste Pyramide der Welt entdeckt?

West-Java: Älteste Pyramide der Welt entdeckt?

Redaktion

Schon seit vielen Jahren ist Gunung Padang in West-Java als größte indonesische Megalithstätte bekannt. Der Geologe Danny Hilman Natawidjaja glaubt sogar, hier Überreste der ältesten Pyramide der Welt gefunden zu haben. Jetzt bekräftigt er seine These, während wiederholt Skeptiker auf den Plan treten und sowohl seine Theorie als auch seine Grabungsaktivitäten kritisieren.

Dr. Danny Hilman Natawidjaja ist davon überzeugt: Ein ungewöhnlicher Hügel in der exotischen Landschaft von West-Java birgt die Relikte einer uralten Pyramide, erbaut in einer Epoche, die mindestens 9000 Jahre zurückliegt, vielleicht sogar über 20 000 Jahre, so vermutet der Forscher. Demnach wären die an diesem Ort entdeckten regelmäßigen Terrassen keinesfalls natürlich entstanden. Was hier zwischen Vulkanstümpfen, Teeplantagen und Bananenblättern aufragt, seien vielmehr Hinterlassenschaften einer einstigen Hochkultur. Fakt ist, dass diese Region viele megalithische Monumente zu bieten hat. Sie gilt als die größte derartige Anlage in Indonesien.

Holländische Kolonisten waren die ersten Europäer, die in neuerer Zeit wieder auf diese archäologische Schatztruhe aufmerksam wurden. Das war vor nunmehr ziemlich genau einem Jahrhundert, im Jahr 1914. Zumindest erwähnte damals die niederländische Antikenabteilung die Stätte in ihren Berichten. Ab dem Ende der 1970er-Jahre fanden dann umfangreichere archäologische Arbeiten in Gunung Padang statt.
Die Monumente liegen beim Dorf Karyamukti, rund 120 Kilometer südlich von Jakarta und 50 Kilometer südwestlich der Stadt Cianjur, unweit des Gede-Pangrango-Vulkans. Rund 900 Meter über dem Meer erheben sich am Gunung Padang mehrere Terrassen über 95 Meter Höhe, die von Steinwällen eingesäumt sind. Überall liegen lange, rechtwinklig begrenzte Blöcke aus dunklem Vulkangestein – Pfeiler aus Andesit, einem Vulkanit mittleren Siliziumdioxidgehalts.

Den Einheimischen gilt diese Stätte als heiliger Ort, an dem einst der halbmythische König Siliwangi in nur einer Nacht einen Palast habe errichten wollen. Zwar lebte in der Zeit um 1500 n. Chr. tatsächlich ein König namens Sri Badugua Maharaja, der weithin als »Siliwangi« bekannt war, doch gehen Legenden um ihn oder aber um einen gleichnamigen Vorgänger bis auf die mythische Ära sundanesischer Götter zurück. Der Herrscher sei auch in der Lage gewesen, sich in den heiligen Tiger zu verwandeln. Es wird zudem überliefert, Siliwangi sei verschwunden, um zu einem Geist zu werden.

Gunung Padang ist in vieler Hinsicht faszinierend und archäologisch von hoher Bedeutung, gar keine Frage. Dr. Hilman Natawidjaja, führender Wissenschaftler am Indonesischen Zentrum für geotechnische Forschung, hebt die Außergewöhnlichkeit dieses Ortes allerdings noch deutlicher hervor. Seine Theorien gehen weiter als diejenigen der meisten Archäologen, ist er doch überzeugt, hier auf die älteste Pyramide der Welt gestoßen zu sein, errichtet für rituelle Zwecke, für die Beobachtung des Sternenhimmels. Auch andere Fachleute finden dort Anzeichen für geomantische und astromantische Bezüge, doch könnte das Bauwerk auch anderen Zwecken gedient haben.

Archäologen gehen anhand der Form der Megalithen davon aus, die Anlage müsse zwischen 2500 und 1500 v. Chr. errichtet worden sein, auch wenn Untergrundstrukturen wesentlich älter geschätzt wurden: in drei Meter Tiefe auf 6500 Jahre, in vier Meter Tiefe dann sogar auf beinahe das Doppelte mit rund 12 500 Jahren. Wie Geologe Dr. Hilman meint, könnten die Monumente noch merklich älter sein. Das wäre dann in der Tat eine archäologische Sensation.

Sollte sich die Theorie insgesamt bestätigen, auch zur Natur des Hügels, dürfte jene Terrassenstruktur von Gunung Padang als die älteste bekannte Pyramide der Welt bezeichnet werden. Jedenfalls ist Dr. Natawidjaja sicher: Die Beweise für die komplexe Organisation des Bauwerks liegen unter der Erde verborgen. Verschiedene Messungen, unter anderem mit bodendurchdringendem Radar, liefern bereits Hinweise auf einen Hohlraum von rund zehn Meter Kantenlänge. Auch scheint es dort Türen und Gänge zu geben.

»Die Leute denken, das prähistorische Zeitalter sei primitiv gewesen«, so kommentiert der Geologe. Aber, so fügt er hinzu, »dieses Monument widerlegt das«. Eine solche Pyramide wäre der Beweis einer weit entwickelten uralten Zivilisation in Java. Der in Stufen angelegte Bau sei das Werk von Menschenhand, sei vor langer Zeit wohl von vielen Generationen und über Jahrhunderte hinweg errichtet worden. Von Menschen geschaffene Strukturen habe man gegenwärtig bis in eine Tiefe von rund 15 Metern nachweisen können. Nun gehe es darum, die Authentizität der gesamten Stätte nachzuweisen und natürlich auch mehr über die Ursprungszeit in Erfahrung zu bringen.

Natürlich ist das mit dem Alter immer so eine Sache. Per Radiokarbon-Datierung lässt sich Gestein selbst ohnehin nicht datieren, da beißt der Forscher gleichsam auf Granit, denn die Methode ermöglicht lediglich eine Überprüfung von biogenem Material. Natürlich finden sich unter anderem auch zwischen dem ägyptischen Pyramidengestein alte organische Reste, beispielsweise Holzkohle von der Mörtelherstellung.

Mit diesen Proben ermittelte seinerzeit der lange Jahre in Gizeh forschende Archäologe und Hawass-Protegé Mark Lehner ein um etliche Jahrhunderte höheres Alter der riesigen Monumente. Je weiter man aber in der Zeit zurückgeht, desto unzuverlässiger wird das Verfahren. Überhaupt gibt es dabei so manche Faktoren, die das Ergebnis stark verfälschen können. Archäologen bemühen sich daher, aus dem historischen Umfeld, aus bestimmten Merkmalen von Fundstücken, der Art der Bearbeitung von Gestein oder aus dessen Erhaltungszustand sowie anderem mehr auf das Alter zu schließen. Manchmal helfen auch astronomische Alignments der Megalithblöcke weiter, aber was ist schon wirklich sicher?

Am Gizeh-Plateau bei Kairo, existieren allerdings mittlerweile viele Hinweise darauf, dass diese Monumente einschließlich der rätselhaften Sphinx wesentlich älter sind als von der etablierten Ägyptologie angenommen. Wenn auch die Überbauten möglicherweise tatsächlich auf die vierte Dynastie datieren, tief im Inneren der Pyramiden wie auch andernorts auf dem Plateau und an der Sphinx finden sich bemerkenswerte Spuren sowie Indizien für ein erheblich höheres Alter. Auch geologische und klimatologische Erkenntnisse spielen dabei eine Rolle. Doch einst konterte Ägyptens langjähriger Chef-Archäologe Zahi Hawass angesichts solcher Aussagen, die Geologen sollten dann auch eine entsprechend alte Kultur vor Ort nachweisen.

Wo die nur geblieben sei, das hätte er gerne gewusst. Nun, diese Frage lag gewiss kaum mehr im ureigensten Aufgabenbereich der Geologen, die lediglich aus ihrer Sicht auf Erosionsmuster und andere geologisch feststellbare Unstimmigkeiten der Chronologie hinwiesen. Hier sollten eigentlich doch eher wieder die Archäologen gefordert sein.

Was nun Gunung Padang betrifft, wird es mit der Angabe eines präzisen Alters auch nicht gerade leicht. Das aber hat ganz eigene Gründe. Die Datierung eines alten Bindemittels, das zwischen einigen Felsblöcken gefunden wurde, ergab laut Radiokarbon-Methode ein Alter zwischen rund13 000 und 23 000 Jahren. Das gefundene Zement-Material weist eine interessante Zusammensetzung auf: Zu 45 Prozent enthält es Eisenminerale, zu 41 Prozent Silikatminerale. Den Rest machen Tone und ein Kohlenstoffbestandteil aus.

Ein gutes Rezept, um Steine wirksam zu verbinden, so sagt auch Danny H. Natawidjaja. Bemerkenswert ist gerade der hohe Silikatanteil. Er belegt, dass dieser Zement nicht einfach ein Zufallsergebnis aus der Verwitterung der Andesit-Säulen ist, die einen wesentlich geringeren Anteil aufweisen. Auch der Eisengehalt im »Gunung Padang-Zement« erweist sich als unnatürlich hoch. Diese Tatsache spricht sowohl für eine gezielte Herstellung durch Menschenhand als auch darüber hinaus für metallurgische Kenntnisse.

Dieser Eindruck wird ebenfalls durch den Fund eines rund 25 Zentimeter großen, rostigen Metallklumpens am Osthang der Padang-Erhebung verstärkt. Was die Altersfrage betraf, war vor allem der Kohlenstoff von Interesse. Die Proben wurden von einem renommierten Labor im US-amerikanischen Miami analysiert, wobei die erstaunlich hohen Werte ans Licht kamen.

Kernbohrungen ergaben ihrerseits einen mehrschichtigen Aufbau der gesamten Struktur. Vergleiche mit den Bodenablagerungen ließen auf mehrere Bauabschnitte in der Zeit vor etwa 22 000 bis 20 000 vor unserer Zeit sowie 14 700, 9600, 4700 und letztlich dann 2800 vor unserer Zeit schließen. Diese jüngste Epoche führt dann erst zu den heute noch sichtbaren Megalithstrukturen und zum vielfach angenommenen geringeren Alter der Anlage. Übrigens wurden auch etliche Ausrichtungen auf helle Sterne und Konstellationen gefunden: auf den Polarstern, auf Dubhe im Großen Bären, Wega in der Leier und Deneb im Schwan. Vermutungen gehen sogar dahin, die prähistorischen Sternkundigen hätten eine heute als Cygnus Rift bekannte, auffällige Dunkelwolke unserer Milchstraße ebenfalls durch Megalithenanordnung ins Visier genommen.

Jenes manchmal auch als »nördlicher Kohlensack« bezeichnete Gebilde beginnt im Sternbild Schwan und erstreckt sich in südliche Richtung bis hin zum Milchstraßenzentrum, um die direkte Sicht dorthin zu blockieren. Natürlich lassen sich die prähistorischen stellaren Zusammenhänge nurerahnen, gerade, wo vieles noch im Verborgenen liegt und die Bauzeit so extrem lang war. Doch scheint es mittlerweile gute Gründe zu geben, ein sehr hohes Alter und einen künstlichen Ursprung des Hügels von Gunung Padang anzunehmen.

Natawidjaja ist sich mittlerweile sicher, hier die Beweise für eine uralte und weit entwickelte Zivilisation entdeckt zu haben. Doch genau damit haben einige Archäologen immer wieder ihre Probleme. Man habe in einer nahegelegenen Höhle sehr primitive Knochen-Werkzeuge gefunden, die aus der Zeit vor etwa 9500 Jahren stammten. Die alte Kultur könne demnach nicht so weit entwickelt gewesen sein, so lautet die unmittelbare Schlussfolgerung. Einheimische Altertumskundler zeigen sich insgesamt wenig erfreut über die Ausgrabungen Dr. Hilmans. 34 indonesische Archäologen haben sein Projekt im Rahmen einer Petition bereits im Jahr 2013 kritisiert, sowohl hinsichtlich der Methodik als auch der Motivation.

Der Erhalt jener Stätte sei dadurch in Gefahr. Sie äußern auch ihre Verärgerung über die mögliche Beteiligung ziviler Forscher an der weiteren Untersuchung. Und der Vulkanologe Sutikno Bronto lehnt die Pyramidentheorie komplett ab. Der Hügel sei nichts als der Stumpf eines alten Vulkans, die Steine seien ein natürliches Verwitterungsprodukt und keineswegs von Menschen einer frühen Epoche bearbeitet worden. Gunung Padang, wieder so ein Fall von »Was nicht sein darf, kann nicht sein«? Abwarten und Java-Tee trinken wird da alleine kaum weiterhelfen.










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Dunkle Flecken auf der weißen Weste der Ägyptologie

Dunkle Flecken auf der weißen Weste der Ägyptologie

Redaktion

Glaubt man der etablierten Wissenschaft, dann sind die letzten Rätsel der Cheops-Pyramide längst gelöst. Nach herrschender Lehrmeinung ließ Pharao Cheops das Monument als Grabstätte errichten. Beim Bau – so die Überzeugung der Ägyptologen – wurden bronzezeitliche Werkzeuge verwendet. Die bis zu 70 Tonnen schweren Steinblöcke, aus denen die Pyramide besteht, sollen mittels Rampen transportiert worden sein.

Viele, die sich eingehender mit dem Pyramidenbau beschäftigen, haben große Zweifel an dieser Theorie. Ein sensationeller Fund der Privatforscher Dominique Görlitz und Stefan Erdmann wirft sie jetzt gänzlich über den Haufen. Die beiden Experten entdeckten in der Königskammer der Cheops-Pyramide Metall: Sie konnten nachweisen, dass beim Bau des Monuments Eisenwerkzeuge zur Anwendung kamen. In diesem Buch, das packend wie ein Roman ist, schildern Görlitz und Erdmann die Geschichte ihrer Entdeckung; sie belegen in der Theorie und mit einem erfolgreichen Steinhebeversuch, dass die gängige Lehrmeinung zum Pyramidenbau nicht länger haltbar ist. Die Forscher erläutern zudem, wie das Weltwunder von Gizeh tatsächlich gebaut wurde!

Seit Jahren gilt das Interesse des Privatforschers und Thor-Heyerdahl-Schülers Dominique Görlitz den Pyramiden. Bei zahlreichen Untersuchungen an den Pyramiden des Mittelmeerraums hat er wertvolle Erkenntnisse gewonnen und veröffentlicht. Wie Stefan Erdmann, der bereits mehrere Bücher zu diesem und ähnlichen Themen verfasst hat, sieht Görlitz den Schüssel zum Pyramidenrätsel in den Monumenten von Gizeh.

Nachdem die beiden eine Genehmigung zu Analysen in der Cheops-Pyramide bekommen hatten, nahmen sie unter Beobachtung von ägyptischen Begleitern Untersuchungen vor. Dabei betraten sie auch die Königskammer. Dort fielen ihnen 18 schwarz glänzende Flecken an den Granitsteinen der Decke auf. Was sie neugierig machte, war die Tatsache, dass alle 18 »Zungen« etwa 130 cm x 35 cm maßen und den gleichen Abstand voneinander hatten. Die Forscher entnahmen an einem der Flecken kleinste Proben.

Es handelt sich um Metall!

Um wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zu bekommen, ließen Görlitz und Erdmann die Proben von Spezialisten der Universität Leipzig und der Bergakademie Freiberg untersuchen. Geochemiker und Metallurgen nahmen sich der Proben an. Auch das Institut Fresenius in Dresden unterzog das Material verschiedenen Analysen.

Im Herbst 2014 wurde das Ergebnis der Untersuchungen veröffentlicht: Bei dem glänzenden Material handelt es sich um Magnetit: um Metall! Die Analysen ergaben des Weiteren: Das Magnetit konnte nicht an der Decke entstanden sein. Es war auch nicht Bestandteil der Steine. Die Rückstände stammten unzweifelhaft von Metall, das Menschen hergestellt hatten. Von Metall, das in heißem Zustand an die Granitblöcke angebracht worden war.

Die Entdeckung führt die gängigen Theorien des Pyramidenbaus ad absurdum

Was Görlitz und Erdmann entdeckt haben, macht deutlich: Die Lehrmeinung von einer Kultur, die die riesigen Monumente mit bronzezeitlichen Hilfsmitteln errichtete, ist nicht länger haltbar. Schonvor dem Fund waren Zweifel an der Theorie angebracht. Beispielsweise wären die Zähne von bronzezeitlichen Kupfersägen beim Schneiden des Granits abgebrochen. Und Blöcke von bis zu 60 Tonnen Gewicht hätten mit entsprechenden Werkzeugen niemals transportiert werden können. Ohne stabile Schutzvorrichtungen splittert Granit, wenn es mit anderen Blöcken zusammenstößt oder herunterfällt.

Auf Basis von Metallwerkzeugen wird der Bau nachvollziehbar

Bei der Errichtung der Cheops-Pyramide wurden tonnenschwere Granitblöcke auf eine Höhe von fast 150 Metern befördert. Nach vorherrschender Lehrmeinung haben die alten Ägypter dies mit einem Instrumentarium aus Kupfer und Holz zustande gebracht. Doch so kann es nicht gewesen sein! Legt man Metallwerkzeuge zugrunde, sieht die Sache anders aus. Görlitz und Erdmann erläutern in diesem Buch ausführlich, wie der Bau der Pyramiden tatsächlich vonstattenging. Dabei machen sie deutlich: Die gängige Theorie, nach der die Steine über Rampen transportiert wurden, entbehrt jeder Grundlage. Die Blöcke wurden auf andere Art in die Höhe bewegt. Die Autoren beschreiben die Vorgehensweise ausführlich und nachvollziehbar.

Ein praktischer Versuch bestätigt: So ließen sich die tonnenschweren Blöcke heben

Anders als die Mehrzahl der Pyramidenforscher begnügten sich Görlitz und Erdmann nicht mit einer Theorie zum Transport der Blöcke. Für sie war es selbstverständlich, diese auch mit einem Versuch zu verifizieren. Nachweisen mussten sie vor allem, dass es möglich ist, einen tonnenschweren Block nach der von ihnen beschriebenen Methode in die Höhe zu hieven.

Im April 2015 traten sie den Beweis an. Versuchsobjekt war ein Betonblock mit den Ausmaßen 6 m x 1 m x 1,2 m. Sein Gewicht: 15,3 Tonnen. War es möglich, dieses enorme Gewicht nach oben zu bewegen? Der Versuch zeigte: Es ist möglich! Die große Überraschung: Zwei Männer, die den Block nach den Anweisungen der Autoren manövrierten, hoben die 15 Tonnen in nur 1,02 Minuten um 18 Millimeter. Das Transportsystem, das nach Auffassung der Privatforscher beim Bau der Pyramiden angewendet wurde, funktioniert!

Von Cheops-Projekt zum Cheops-Skandal

Nicht nur die Schilderung der Entdeckung von Görlitz und Erdmann ist so faszinierend, dass man dieses Buch nicht aus der Hand legen kann. Das »Cheops-Projekt« der Autoren hat noch eine andere Dimension: Es artete in einen Skandal aus! Nachdem die beiden nach Deutschland zurückreisten, verbreitete sich das Gerücht, sie hätten die »Königskartusche« gestohlen – einekreisförmige Malerei an der Decke der Königskammer.

Die Angelegenheit schlug immer höhere Wellen. Dr. Zahi Hawass, der berüchtigte ehemalige Antikenminister Ägyptens, verstieg sich zu einer folgenschweren Aussage. Er behauptete: Görlitz und Erdmann seien von dem Juden und Privatforscher Robert Bauval beauftragt worden, die Kartusche zu beschädigen, um das Alter der Pyramide umzudatieren – und die Bauherrschaft den Juden zuzuschreiben. Davon war jedoch nie die Rede gewesen. Fakt ist zudem: Görlitz und Erdmann hatten die Kartusche nicht angerührt. Obwohl sie dies mit allen Mitteln zu beweisen versuchten, entwickelte sich die Angelegenheit zu einer Strafsache. Ein ägyptisches Gericht verurteilte alle, die bei der Besichtigung der Pyramide dabei gewesen waren, zu fünf Jahren Haft! Während sich Görlitz und Erdmann in Deutschland aufhielten, wurden ihre ägyptischen Begleiter verhaftet; sie sitzen im Gefängnis.

Hat der absurde Vorgang wieder einmal das Ziel, den Ruf von Privatforschern zu ruinieren? Immerhin erschüttert der Fund die Grundfesten der Ägyptologie. Sehen etablierte Wissenschaftler in der Entdeckung von Görlitz und Erdmann einmal mehr eine Bedrohung für sich und ihre Arbeit? Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil. Lesen Sie dieses packende Buch!




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Endlich bewiesen: Cheops war nicht der Bauherr der Großen Pyramide von Gizeh

Endlich bewiesen: Cheops war nicht der Bauherr der Großen Pyramide von Gizeh

Stefan Erdmann

Vor Kurzem ist ein hochinteressanter Artikel über die mysteriösen Fundumstände und die Original-Dokumente von Howard Vyse aus dem Britischen Museum in London von der Journalistin Katrine Eichberger bei Kopp-Online erschienen. Im Rahmen des um unsere Forschungen entstandenen Cheops-Skandals habe ich mich über ein Jahr hinweg noch einmal mit den mysteriösen Hintergründen rund um Howard Vyse und die berühmte Cheops-Kartusche beschäftigt. Die Untersuchung wurde immer mehr zu einem wahren Kriminalfall mit Happy End – aber nicht für Howard Vyse, die ägyptische Antikenverwaltung und Zahi Hawass!

Die Angst der Ägyptologen vor der Untersuchung der Kartusche …

Wie ich, gemeinsam mit meinem Forscherkollegen Dr. Dominique Görlitz, in unserem gemeinsamen Werk Das Cheops Projekt aufzeigen konnten, war die umstrittene Cheops-Kartusche in der obersten Entlastungskammer und die Unterstellung von Dr. Hawass, sie sei bei unserer Untersuchung 2003 beschädigt worden, der Auslöser für den sogenannten »Cheops-Skandal«.

Unter Entlastungskammern versteht man die fünf Kammern über der sogenannten Königskammer. Die Entlastungskammern waren für den allgemeinen Besucherverkehr in den letzten Jahrzehnten nie zugänglich, was vornehmlich mit Sicherheitsaspekten und den überaus beschwerlichen Zugangsmöglichkeiten zusammenhängt.

Mit dem Ausdruck Hieroglyphenkartusche, auch Pharaonen- oder Königskartusche, bezeichnet man die in der ägyptischen Hieroglyphenschrift benutzte ovale Seilschleife, welche den Namen des Pharaos – in diesem Fall Chufu/Cheops − gleichsam schützend umgibt. (siehe Abb. 3 und 4)

Abb. 1: Querschnitt der Entlastungskammer über der Königskammer.

Seit fast 200 Jahren streiten sich die Gelehrten, ob diese Kartusche echt ist, oder ob Howard Vyse und seine Mitarbeiter die Bemalungen selbst angebracht haben, um sich einen Platz in den Geschichtsbüchern zu sichern.

Für die allermeisten Ägyptologen steht unumstößlich fest, dass das Graffito authentisch ist, und dass es belege, Cheops sei der Bauherr der großen Pyramide von Gizeh gewesen. Diese Kartusche mit dem Namen des Pharaos ist als vermeintlich definitiver Beweis für die Bauherrenschaft des Cheops quasi der »Heilige Gral« der Ägyptologen.

Vorab sollte aber noch einmal betont werden, dass die Frage nach der Authentizität der Cheops-Kartusche zu Beginn des gemeinsamen Projekts von Dominique Görlitz und mir gar nicht im Zentrum unseres Interesses stand, sondern erst im Verlauf der erwähnten Affäre für uns immer mehr an Bedeutung gewann. Es wurde immerhin sehr schnell deutlich, dass wir mit unserer nicht geplanten Probenentnahme einer Bemalung in der obersten Entlastungskammer 2013 in ein Wespennest gestoßen hatten.

Allgemein ‒ und zu Unrecht ‒ wurde ja davon ausgegangen, wir hätten die Kartusche beprobt, und das nun folgende »Wutgeheul« der Ägyptologen, insbesondere in Kairo, klang viel zu schrill und hysterisch, um lediglich als Ausdruck moralischer Entrüstung gelten zu können. Vielmehr schien man dort ‒ das war zumindest unser persönlicher Eindruck ‒ geradezu Angst vor einer unabhängigen Untersuchung und der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse zu haben.

Einerseits ließen die offiziellen Stellen am Nil, darunter auch das DAI (Deutsches Archäologisches Institut in Kairo) umgehend verlautbaren, dass man unsere Untersuchungsergebnisse nicht anerkennen werde, denn u.a. seien wir ja keine Fachleute. Auf der anderen Seite gab man sich aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit größte Mühe, an die Ergebnisse unserer Untersuchung zu gelangen.

So wurde z.B. sogar die Konzernzentrale des beauftragten Labors in Genf aufgefordert, einen Bericht zu den Untersuchungsergebnissen abzugeben. Woher kommt dieses erstaunliche Interesse an den Forschungsresultaten? Haben die Antikenverwaltung und möglicherweise auch das DAI in Kairo irgendetwas zu befürchten? Unsere sensationellen Entdeckungen in der Königskammer waren die eine Seite der Medaille. Es hatte immer mehr den Anschein, dass die offiziellen Stellen in Kairo Angst vor Ergebnisse hatten, welche die berühmte Cheops-Kartusche betraf.
Dr. Dominique Görlitz und Stefan Erdmann bei ihren Untersuchungen auf dem Gizeh Plateau.
In den vergangenen Jahren habe ich mich immer wieder gefragt, warum die Ägypter die umstrittene Bemalung nie mit naturwissenschaftlichen Methoden untersucht haben, die hieb- und stichfeste Ergebnisse für den Bauherren Cheops liefern. Verfechter des derzeitigen Status quo zurKönigskartusche wenden diesbezüglich gerne ein, eine Untersuchung, z.B. mit der Radiocarbon-Methode (C14-Methode), könne zu keinem Ergebnis führen, da die alten Farbpartikel aus anorganischem Eisenoxid bestehen und somit nicht chronologisch datierbar seien.

Im Grundsatz ist dieser Einwand ja nicht unberechtigt, aber tatsächlich liegt der Fall hier doch etwas anders. Immerhin besteht aus meiner nachfolgend dargelegten Sicht der dringende Verdacht, dass Howard Vyse und seine Mitstreiter die Kartuschen und Graffiti, die sie offensichtlich nach der Öffnung der Kammern vorgefunden haben »aufgefrischt«, d.h.teilweise verändert haben. Wenn dies aber so war, dann weist das Grafitto natürlich auch zwei unterschiedliche Farbtypen auf: die originale altägyptische Farbe, die nicht datierbar ist, aber auch eine neue (ca. 200 Jahre alte Farbe), die möglicherweise doch datierbar sein könnte!

Diese Möglichkeit muss auch den Ägyptologen in Kairo bewusst sein. Ist dies möglicherweise der Grund dafür, dass die Kartusche in der Amtszeit von Hawass heimlich ‒ und illegal! ‒ erprobt wurde?

Die Antikenbehörde ist hier in der Pflicht, für endgültige Aufklärung zu sorgen. Tut sie das nicht, erhärtet sich der Verdacht, dass in dieser Angelegenheit irgendetwas verschleiert werden soll. Dass zentrale Personen der Antikenverwaltung, u.a. Zahi Hawass, in diesen Skandal verwickelt sind, ist wohl mehr als anzunehmen, und angesichts der in Ägypten herrschenden Verhältnisse ist wohl auch davon auszugehen, dass eine finanziell potente »dritte Partei« in die Vorgänge verwickelt sein muss.

Meine Untersuchungen und Recherchen der Jahre 2014 und 2015 haben neue Erkenntnisse erbracht, die den Fälschungs-Verdacht sogar noch erhärten und nahelegen, dass hier tatsächlich ganz bewusst etwas verschleiert wird – insbesondere von Dr. Hawass und seinen Helfern aus höchsten staatlichen Ebenen.

Worum geht es bei dem Kartuschen-Streit wirklich?

Wie gesagt: Für die Ägyptologen ist die Präsenz des Königsnamens von Cheops (die griechische Bezeichnung des Herodot für Chufu) in einer der Entlastungskammern der unwiderlegbare Beweis, dass Cheops der Bauherr der Cheops-Pyramide war, denn diese Kammern, die Howard Vyse im Jahre 1837 gewaltsam geöffnet hat, waren zuvor für niemand zugänglich. Das heißt, dass alle darin gefundenen Bemalungen und Königsnamen – einschließlich des Namens »Cheops« – eigentlich schon beim Bau der Pyramide dort angebracht worden sein müssen.

Kritiker behaupten aber seit Jahrzehnten, dass Howard Vyse und seine Mitstreiter die Bemalungen und Königsnamen selbst angebracht haben oder zumindest entscheidende Manipulationen vorgenommen haben, um mit ihren »Entdeckungen« in die Geschichtsbücher einzugehen.

Es geht nur um eine Silbe …

Abb. 3: zeigt die Cheops (Ch-u-f-u)-Kartusche, wie man Sie heute in der 5. Entlastungskammer der Großen Pyramide vorfindet, bestehend aus vier Symbolen (Silben). Die ganz rechte Silbe in der ovalen Kartusche ist ein Kreis mit drei Strichen und bedeutet »Ch«.

Nach unserem aktuellen Forschungsstand fanden Howard Vyse und seine Mitstreiter nach ihrer gewaltsamen Öffnung der Kammern bereits Bemalungen und Kartuschen vor, die von ihnen dann teilweise verändert wurden. Eine davon ‒ und sicherlich die wichtigste ‒ ist die Cheops-Kartusche. Ursprünglich befand sich offenbar ein anderer Name an der Wand der obersten Kammer. Die Beweise dafür sind erdrückend.
Abb. 4: Möglicherweise fanden Vyse und seine Leute eine dieser beiden Kartuschen vor. Dann würde der Name aber gar nicht Ch-u-f-u (Cheops) heißen sondern Ra-u-f-u.

Was geschah tatsächlich Anfang des 19. Jahrhunderts?

Die Geschichte der sogenannten »Königs-Kartusche« begann im Jahre 1835, als Colonel Richard Howard Vyse (1784-1853) zum ersten Mal das Gizeh-Plateau erreichte. Vysesʼ Interesse und Forscherdrang waren vor allem aus dem Wunsch entstanden, eine bedeutende Entdeckung rundum die Große Pyramide zu machen.

Angestachelt wurde Vyses Ehrgeiz vermutlich auch durch die Forschungen des Italieners Giovanni Caviglia, der damals bereits seit einiger Zeit nach verborgenen Kammern in den Pyramiden suchte. Vyse war offensichtlich besessen von der Aussicht auf Prestige und Ruhm.

Schließlich kam es zum Zerwürfnis der beiden Forscher und kurz darauf zu Vyses sensationellen Entdeckungen in den Entlastungskammern, darunter besagte Bemalungen und Königs-Kartuschen, einschließlich der »Cheops-Kartusche«.
Abb. 5: Richard William Howard Vyse (1784-1853)
Durch unsere weiterführenden Untersuchungen 2014/2015 konnten wir erstmals neue Hinweise und Beweise vorlegen, die nachhaltig belegen, dass die Umstände der Entdeckungen von Howard Vyse und Jr. Hill mehr als dubios sind, und dass sich daraus letztlich kein Beweis für Cheops alsBauherren der Großen Pyramide ableiten lässt.
  • Durch die Nachforschungen der Journalistin Katrine Eichberger konnten wir Einblick in die Original-Dokumente erhalten, die Vyse und Hill im Jahre 1837 in London eingereicht haben.
Schon aus der Überprüfung dieser Unterlagen haben sich Ungereimtheiten ergeben, insbesondere im Falle der Dokumente zur Cheops-Kartusche, deren Skizze beispielsweise nicht durch Zeugen beglaubigt wurde, wie es bei allen anderen Bemalungen und Kartuschen aus den drei unteren Kammern der Fall ist. Nicht einmal Howard Vyse selbst hat das Dokument mit der Nachzeichnung der berühmten Cheops-Kartusche signiert.
  • Bei näheren Untersuchungen stellte sich auch heraus, dass es offensichtlich zu nachträglichen »Korrekturen« an der Cheops-Kartusche gekommen ist.
  • Zusätzlich konnten wir mit Hilfe der Nachforschungen von Scott Chreighton feststellen, dass sogar im persönlichen Tagebuch von Howard Vyse schwerwiegende Hinweise zu finden sind, die eine nachträgliche Fälschung nahelegen. Scott Creighton hatte das Tagebuch von Howard Vyse ausfindig gemacht und 2014 darüber einen ausführlichen Artikel geschrieben.
  • Hinzu kommt ein Dokument, in welchem der Nachfahre eines Zeitzeugen aus England, Humphries Brewer, Angaben zu den damaligen Vorgängen in Ägypten macht. Brewer ging als Ingenieur nach Kairo und hat später unter Howard Vyse gearbeitet. Dann wurde er gefeuert, weil er einen Streit mit Hill (und einem Herrn Raven) hatte. Brewer erklärte, er habe gesehen, wie verblichene Zeichen mit roter Farbe übermalt und neue hinzugefügt wurden.
Abb. 6: Hier ein Ausschnitt aus dem Tagebuch von Howard Vyse. An dieser Stelle rätselt Vyse darüber, wie die Cheops-Kartusche aussehen muss. Warum rätselt er, wenn er doch die Kartusche richtig vorgefunden hat?

Abb. 7: Hier ein Ausschnitt aus der Kartusche, die Howard Vyse in seinem Tagebuch als Fund notiert hat. In dem Siebsymbol sind nur zwei Striche sichtbar. Später hat dann Hill für ihn die Kopie der »vorgefundenen« Kartusche falsch mit drei Strichen im Britischen Museum eingereicht. Unter dieser Zeichnung notiert Vyse: »Die Kartusche in Campbells Kammer«. Quelle: Scott Chreighton.

Und die Konsequenzen?

Diese vier, hier kurz angerissenen Punkte skizzieren wesentliche Aspekte unserer intensiven Untersuchung, und werden in unserem neuen Buch detailliert vorgestellt.

Das Ergebnis dieser Untersuchung erschüttert nicht nur den Nachruhm des Howard Vyse und die überkommene Lehrmeinung, Cheops Bauherrenschaft der Großen Pyramide sei zweifelsfrei erwiesen, sondern auch die Position des Dr. Zahi Hawass und der ägyptischen Antikenverwaltung. Offenkundig hatte man auch dort schon länger vermutet, dass die Cheops-Kartusche ge- bzw.verfälscht sein könnte.

Dies ist der einzige plausible Grund, warum – offensichtlich von höchster Stelle in der Amtszeit von Zahi Hawass – einer illegalen Beprobung und Analyse der Kartusche unter Ausschluss der Fachwelt zugestimmt wurde. Warum deren Ergebnisse bis heute nicht offiziell veröffentlicht wurden, kann man sich unschwer denken.

Der Versuch der Antikenverwaltung und von Zahi Hawass, Dr. Görlitz und mir diese illegale Beprobung in die Schuhe zu schieben, wofür wir in Ägypten auch noch zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurden, war also letztlich »ein Schuss«, der »nach hinten losging«. Erst er lieferte uns den Grund für unsere Recherchen. Ansonsten wären wir niemals so umfassend den Manipulationen des Howard Vye nachgegangen ‒ und auch nicht auf jene der Verantwortlichen für die Altertümer des Gizeh-Plateaus aufmerksam geworden. Und wir hätten auch nicht, wie es uns heute möglich ist, mit Sicherheit sagen können: Die Frage, wer die Große Pyramide erbauen ließ, ist wieder völlig offen! Cheops muss keineswegs ihr Bauherr gewesen sein. Aber wenn es nicht Cheops war, wer dann? Und wie alt ist die Große Pyramide wirklich?









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